How to Kräuterbeet

Informationen zu diesem Projekt

Kaum zu glauben – ich baue ein Kräuterbeet! Mit der SWR4 Aktion „Ab in den Garten“ war ich drei Tage lang mit Gartenexpertin Heike Boomgaarden in Rheinland-Pfalz unterwegs. In dieser Zeit habe ich viel gelernt – nicht nur über Pflanzen. Jetzt fühle ich mich total inspiriert, war ich doch bisher eher ein handfester Gartenmuffel. Am liebsten würde ich jetzt alles nachbauen, was wir in dieser Woche umgesetzt haben, nämlich ein Weidentipi, ein Kinderbeet, die Bepflanzung eines Gewächshauses, Verwendung eines Strohballens als Beet und ich habe gelernt, wie man Kartoffeln in einem Eimer selber vermehren kann… Aber alles geht nicht. Falls euch diese Themen aber interessieren, schaut doch mal bei SWR4 Rheinland-Pfalz vorbei. Für viele der umgesetzten Projekte findet ihr dort Schritt-für-Schritt Anleitungen.

Tipps rund ums eigene Kräuterbeet

 

Von diesen vielen Ideen möchte ich als erstes mein eigenes Kräuterbeet in den Garten bauen. Und ich kann euch sagen, hierbei muss man einiges beachten.

 

1. Ihr braucht einen sonnigen Standort in eurem Garten. Und das Beet sollte so nah wir möglich am Haus sein, damit man nicht ewig durch den Garten rennen muss, wenn man mal schnell ein Gewürz zum Kochen braucht.

 

2. Wenn der Standort entschieden ist, ist es gut, den Bereich ein wenig abzugrenzen. Vielleicht habt ihr ein Hochbeet geplant, oder ihr pflanzt in große Behälter oder ihr baut eine kleine Steinumrandung.

 

3. Und dann geht es an die Umsetzung. Heike würde das vermutlich so nicht formulieren, aber so kann ich es mir am besten merken. Das Kräuterbeet besteht aus vier verschiedenen Bereichen:

Beetbeschriftung auf Kieselstein für ThymianMediterrane Kräuter

 

Eine Hälfte sollte für mediterrane Kräuter geeignet sein. Mediterrane Kräuter mögen es besonders warm und trocken. Daher wird hier die Erde mit reichlich Sand vermischt. Sand speichert Feuchtigkeit nicht so sehr. Um den Kräutern extra Wärme zu geben, legt man in die Nähe der Wurzel große Steine. Sie fangen die Sonnenstrahlen ein und geben sie an die Pflanze weiter – quasi eine eigene kleine Heizung. Kräuter, die auf dieser Seite des Beetes stehen sind: verschiedene Oregano Sorten, Thymian und Salbei.

Beetbeschriftung auf Kieselstein für RosmarinExtrawurst Rosmarin

 

Rosmarin ist auch ein mediterranes Kraut. Aber beim Rosmarin muss man eine Besonderheit beachten: Er mag keine Feuchtigkeit, vor allem keine kalte. Deshalb ist es eine gute Idee, den Rosmarin in einen Extratopf in die Nähe des Kräuterbeetes zu stellen, oder ihn dekorativ in eine Amphore zu pflanzen und darin ins Beet zu legen. Dann kann er im Winter aus dem Beet entfernt werden. In der Nähe der Hauswand kann er überwintern. Die Kälte verträgt er gut und er bekommt genug Licht. Gleichzeitig ist er ein wenig geschützt vor Regen und Schnee.

Zur Schritt-für-Schritt Anleitung bei SWR4 geht’s hier lang: Besonderheit beim Pflanzen von Rosmarin

Beetbeschriftung auf Stein für SchnittlauchBedarf nach reichhaltiger Erde

 

Die andere Hälfte des Kräuterbeetes sollte reichhaltige Erde beinhalten. Hier können Schnittlauch, Petersilie, kleine Nascherdbeeren, Bärlauch, Bohnenkraut und Zierfenchel gepflanzt werden. Hinten im Beet sollten Zierfenchel und Basilikum stehen. Diese Pflanzen werden nämlich riesig und würden in vorderster Reihe nur stören. Den Basilikum eher hinter die mediterranen Kräuter pflanzen, den Zierfenchel eher zu den Kräutern, die es reichhaltig mögen. Für Estragon und Liebstöckel mögen gerne zusätzlich noch etwas Kompost.

Beetbeschriftung auf Stein für MinzeEmpfehlung: Rhizomsperre

 

Natürlich gehören zu einem richtigen Kräuterbeet auch Pfefferminze und Melisse. Diese beiden Sorten bekommen eine Extrawurst, weil sie sich sonst über das ganze Beet verteilen. Sie werden in eine so genannte Rhizomsperre, eine Wurzelsperre, gepflanzt. Das kann einfach ein alter Blumentopf sein, dem man den Boden entfernt. Ins Beet wird ein großes Loch gegraben, in das der Topf hinein passt. Es ist daher am einfachsten, wenn ihr mit diesem Schritt bei der Bepflanzung eures Beetes beginnt. Dann den Topf ins Loch setzen, so dass der Rand noch übersteht. Dann den Topf mit Erde auffüllen und Minze und Melisse einpflanzen.

Zur Schritt für Schritt-Anleitung bei SWR4 geht’s hier lang: Minze richtig pflanzen

4. Der Boden eures Beetes muss also einmal ordentlich gelockert und dann teilweise mit Sand vermischt werden. Dünger oder Kompost braucht ihr nur für Estragon und Liebstöckel. Dem Rest der Pflanzen bekommt zu viel Dünger nicht, denn dann verlieren sie an Aroma.

 

5. Die Kräuter dürfen in ihren jeweiligen Bereichen ruhig miteinander vermischt werden. Dann wird das Beet ein bisschen bunter und sieht nicht so ordentlich aus. Außerdem sind Parasiten von den vielen Gerüchen so verwirrt, dass sie nicht in der Lage sind, einen bestimmten Geruch anzusteuern.

 

6. Bei der Auswahl der Kräuter unbedingt auf gute Qualität achten und vor allem auch darauf, dass sie mehrjährig sind. Es gibt zum Beispiel auch Basilikumstauden, die winterfest sind. Erstens habt ihr dann mehr von euren Pflanzen. Sie sind aromatischer und robuster. Und ihr unterstützt die richtige Sache.

  Hornveilchen sehen dekorativ aus - im Beet und auch im Salat

7. Und wenn alle Kräuter ihren Platz gefunden haben, könnt ihr noch Hornveilchen pflanzen, wenn ihr möchtet. Das sind kleine Stiefmütterchen, deren Blüten essbar sind. Das sieht auf jedem Salat oder Dip einfach niedlich dekorativ aus. Die kleinen Blumen bringen außerdem so viel Farbe und Leben in das Kräuterbeet, dass ich das auf jeden Fall auch machen werde – obwohl ich nicht der größte Fan von Stiefmütterchen bin.

 

8. Wenn ihr fertig seid mit Pflanzen, müsst ihr alle Kräuter einmal ordentlich gießen, damit sich die neue Erde um die Wurzeln schließt.

 

9. Falls ihr Probleme mit Katzen habt, hat Heike auch noch einen Tipp für mich: Einfach Chilipulver verstreuen. Der Geruch hält die Katzen davon ab, sich dem Beet zu nähern. Und meistens merken sich Katzen auch, dass dieser Ort nicht für ihre feine Nase geeignet ist.

 

10. Hübsche Beetbeschriftungen werden mir helfen, meine Kräuter auseinander zu halten. Auch da habe ich ein paar schöne Ideen für euch! Ihr findet sie in meinem Beitrag „Beetbeschriftung: bunt und besonders„.

 

11. Die beste Pflanzzeit für ein Kräuterbeet ist im Frühling, wenn es nachts nicht mehr friert und es auch nicht allzu feucht ist. Also so zwischen Mitte April und Mitte Mai.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Kategorie
DIY, DIY Tutorials, Garten, SWR4
Tags
Garten, Kräuterbeet
1 Kommentar
  • Anita
    Geschrieben um 13:34h, 09 Mai Antworten

    Wow, liebe Elli, Du bist ja zur richtigen Gärtnerin mutiert, macht Spass Deine Ausführungen zum Kräuterbeet zu verfolgen, weiter so!!!

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